Ob du gerade vor dem Launch deines ersten Produktes stehst, oder du schon erfahrener Seller auf Amazon bist, schnell kommt man in die Versuchen bei Produktfotos zu sparen und sie selber zu machen. Warum? Ganz einfach, es ist einer der letzten Schritte bevor das Produkt Online geht und sicherlich hast du schon genug Geld für Dinge wie Design, Produktentwicklung, Verpackung und die Herstellung gezahlt. So sind Fotos weit unten auf der Liste der Dinge in die investiert wird.

Und immerhin kann doch jeder mit einer einigermaßen guten Kamera und einer Bildbearbeitungssoftware vernünftige Bilder schießen, oder nicht?

Das Problem ist schlichtweg, dass selbstgemacht Bilder nicht an die Qualität von professionell erstellten Produktbildern heran kommen. Das ungeschulte Auge mag denken, das sie doch “ganz gut” aussehen, doch haben Dinge wie die Komposition und Lichtgestaltung einen großen – meist auch unbewussten Einfluss – auf unser Empfinden von Qualität. So können kleine Fehler bei den Fotos einen große Einbußen bei dem Erfolg deines Produktes herbei führen.

Das sind die 6 häufigsten Fehler, die bei Produktfotos für Amazon gemacht werden:

1. Der nutzbare Bereich wird nicht richtig verwendet

Ein erfahrener Fotograf weiß die Fläche des Fotos möglichst effizient zu nutzen. So kann das Produktfoto deutlich besser die Produkteigenschaften an den potenziellen Käufer vermitteln. Zudem hat Amazon festgelegte Parameter für die Produktfotos sowie auch für das EBC (Enhanced Brand Content). Ein unerfahrener Fotograf mag zwar Fotos machen, die auf der Kamera gut aussehen. Das Problem liegt nun jedoch darin, dass die Bilder nachdem sie hochgeladen wurden verändert werden um die Parameter zu erfüllen. Das Resultat hat optisch jetzt nicht mehr viel mit dem Original zu tun. Ein erfahrener Fotograf verhindert durch die richtigen Exporteinstellungen, dass das Bild verpixelt oder zu klein, verschoben oder verzerrt dargestellt wird.

2. Es ist zu viel Bildrauschen auf dem Foto

Man nehme eine unprofessionelle Kamera, einen untrainierten Fotografen und das falsche Lichtsetup. Das Ergebnis: Eine desaströse Reihe an Produktbildern und einen unzufriedenen Seller. Vor allem die richtige Ausleuchtung hat mit den größten Einfluss auf das Endergebnis. Neben der falschen Lichtkonzeption – die selbst einem ungeschulten Auge als unprofessionell auffällt – ist das häufigste Problem, dass das Licht nicht die benötigte Helligkeit erreicht. Um das zu kompensieren stellt sich die digitale Lichtsensibilität des Kamerasensors automatisch auf einen höheren Wert. Soweit so gut, das Bild ist zwar hell genug, jedoch lässt die Bildqualität zu wünschen übrig. Das digitale Aufhellen hat zu starkem Bildrauschen geführt. Das zu verhindern wissen professionelle Fotografen, die die schönen Texturen und klaren Linien deines Produktes in wahrlich “bestem Licht” präsentieren.

3. Überladene Grafiken mit kitschigen Designs

Die Wichtigkeit von Grafiken, Typografie und den Farben wird oft unterschätzt. Viele Seller machen den Fehler, dass sie es nicht für wichtig halten die Details auszuarbeiten. Doch sind es die kleinen aber feinen Unterschiede, die den Käufer Vertrauen zur Marke aufbauen lassen. Das geht schneller als einem Lieb ist: Falsche Grafik, verspielte Schriftart und unharmonisches Zusammenspiel können den langersehnten Umsatz auf sich warten lassen.

In diesem Beispiel rückt das Bild selber viel zu sehr in den Hintergrund. Das Foto ist viel zu überladen um ein Botschaft zu vermitteln!

4. Produkt ins falsche Setting setzen

Ebenso wie die eben falsche Grafiken, ist auch das Produkt im falschen Zusammenhang sofort unattraktiv. Die Zielgruppe muss sich verstanden und aufgehoben fühlen. Nur wenn sie es schaffen Emotionen zu wecken und den Zustand erreichen, dass der Käufer bei Lifestyle Aufnahmen sich fast selber in dem Bild sehen kann, fangen sie an die großen Umsätze einzuräumen.

Natürlich ist es toll, wenn das Produkt von einer jungen hübschen Frau in Szene gesetzt wird, zum Beispiel ist aber die Zielgruppe für Lesebrillen in der Regel nicht 23 und faltenfrei. Unterschätze diesen Punkt nicht, du möchtest ja nicht, dass sich deine potentiellen Käufer “veräppelt” fühlen.

Welches der beiden ist für Lesebrillen passender? Die Antwort sollte klar sein!

5. Die Fotos nicht oder schlecht bearbeiten

Ein sehr großen Teil nimmt die Nachbearbeitung der Fotos ein. In der Post-Produktion werden geringfügige kleine Fehler ausgearbeitet, so werden die Falten aus dem T-Shirt, kleine Staubpartikel von der Brille entfernt und störende Reflexionen aus Gläsern entfernt damit die Produkte so hochwertig wirken wie sie sind. Als Verkäufer guckt man schnell über solche Dinge hinweg und hält sie für nicht so ausschlaggebend, deinem Kunden werden bei fehlender Retouchierung die Fehler auffallen und ihn vom Kauf ablenken.

Hier wurde perfekte Arbeit geleistet. Richtig freigestellt und ohne Staub lässt das Produkt hervor stechen!

6. Fehlendes Storytelling

Schlussendlich ist die Kaufentscheidung mehr von Emotionen beeinflusst, als von rationaler Notwendigkeit ein Produkt haben zu müssen. Wenn dein Produkt auf einer Plattform wie Amazon verkauft wird steht es in direkter Konkurrenz zu Hunderten, wenn nicht sogar Tausenden ähnlichen Produkten. Wie schafft man es da den Kunden zu einem Kauf von deinem Produkt zu überzeugen?

Dein Kunde stellt sich immer vor seinem geistigen Auge vor, wie er das Produkt benutzt und wie es in sein Leben hinein passt. Hilf ihm dieses Bild sich vor Auge zu führen und es zu manifestieren. Das schaffst du jedoch nicht mit dem gleichen freigestellten Bild deiner Produkten aus verschiedenen Blickwinkeln. Die Lösung sind sogenannte Lifestyleshots. Es gibt im Grunde zwei verschiedene Arten diese umzusetzen:

  1. Man lässt sich in einem Fotoshooting Bilder anfertigen von dem eigenen Produkt in Benutzung. Dies ist jedoch sehr teuer (in der Regel über 2000€), da eine Location, ein Fotograf, Model, Visagistin etc. benötigt werden um ein professionelles und ansehnliches Ergebnis für dein Produkt zu erzielen.
  2. Man lässt sich professionelle Fotomontagen anfertigen. Dies hat neben den deutlich geringeren Kosten den Vorteil, dass du als Verkäufer jedes beliebige Setting aussuchen kannst, und es trotz mehrer verschiedener Szenarien einen gleich bleiben Preis hat. Die Kosten für Model, Location und Fotograf fallen weg.

Ein wirklich gutes Listing hat eine Mischung, die Hero Images (besonders hervorstechende Version eines Freistellers), Bilder mit Infografiken und spezifische Lifestyleshots vereint. Wenn du das so umsetzt, eine einheitliche Designsprache und die anderen Tipps beachtest, bist du schon auf der sicheren Seite und leitest deinen Kunden durch Storytelling zu einer emotionalen Verbindung zu deinem Produkt und schlussendlich zum Kauf.